Implantologie
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Implantologie 22 (2014), Nr. 2     30. Juni 2014
Implantologie 22 (2014), Nr. 2  (30.06.2014)

Seite 139-147


Allogenes Knochenersatzmaterial
Sicheres Augmentat oder unterschätztes Risiko?
Fretwurst, Tobias / Nelson, Katja / Schmelzeisen, Rainer / Stricker, Andres
In diesem Übersichtsartikel werden nach einer kurzen Einführung in moderne Knochenersatzmaterialien die Eigenschaften von autologen und allogenen Knochenersatzmaterialien vergleichend betrachtet. Autologes Knochenersatzmaterial stellt nach wie vor den Goldstandard dar. Die Nachteile des autologen Materials, u. a. höhere Entnahmemorbidität, limitierte Verfügbarkeit sowie verlängerte Operationszeit, finden sich beim allogenen Material nicht, weshalb dieses in den letzten Jahrzehnten in den Fokus der präprothetischen Chirurgie gerückt ist. Die wenigen aktuellen Studien mit geringem Evidenzlevel unterstreichen dies: Die Implantatüberlebensrate liegt bei über 90 % und die Knochenneubildung nach 6 Monaten Einheilphase bei bis zu 30 %. Die heute zur Verfügung stehenden chemischen und physikalischen Aufbereitungsmethoden für allogenes Knochenersatzmaterial, wie Lyophilisation und Gamma-Bestrahlung, werden knapp dargestellt. Vom Ausgangspunkt der postoperativen Infektionsrate nach allogener Augmentation, welche bei bis zu 30 % liegt, wird die Infektiosität und die Antigenität diskutiert. Am Ende wird ein klinisches Fazit gezogen: Allogene Knochenersatzmaterialien stellen bei kleineren Defekten eine Alternative dar, jedoch sollte die Antigenität und Infektiosität weiter untersucht werden. Die Augmentation mit allogenem Material bleibt eine individuelle Entscheidung, die gründlich abgewogen werden sollte. Langzeitdaten über das Resorptionsverhalten von allogenen Knochenersatzmaterialien nach Augmentation fehlen vollständig.

Schlagwörter: allogen, homolog, Knochentransplantat, Alveolarkammaugmentation, histologische Untersuchung, Antigenität, Infektiosität
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